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Förderverein Niederberg e.V.
Auf der Höhe 2
47906 Kempen

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Peter Kunz

Tel. 02845-6080025

 

Ben Burchardt

Tel. 02845-297734

 

Klaus Hegmanns

Tel. 02152-8462

 

E-Mail: niederberg-verein@gmx.de

 

Niederberg Schacht I/II/II/V

Tuschefederzeichnung von Schacht I/II/III und IV © Hans Boos

GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG DER SCHACHTANLAGE NIEDERBERG

 

 

1857  Verleihung des Grubenfeldes "Verein" mit einer Größe von 61,5 Mio m² an die Bohrgesellschaft Verein nach französischem Bergrecht

1874  Reale Teilung des Feldes "Verein" in

- Norddeutschland 12,4 Mio m²

- Großherzog von Baden 6,2 Mio m²

- Ernst Moritz Arndt 6,3 Mio m²

- Süddeutschland 36,7 Mio m²

1882  Verkauf der Konzession für das Feld Verein mangels Finanzkraft an ein Konsortium. Aufteilung auf 1000 Kuxe

1907  Verkauf des Feldes Norddeutschland an die Firma Krupp

Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Moers-Sevelen durch die Moerser Kreisbahn

1911  Gründung der Niederrheinischen Bergwerksgesellschaft m.b.H. in Neukirchen

1912  30.12. Erstellung der Gefrierlöcher für Schacht I

1913  01.02. Erstellung der Gefrierlöcher für Schacht II

16.10. Erster Spatenstich durch Dr. Fürst (Vorsitzender des Grubenvorstandes) mit den Worten "Somit taufe ich dich Moers I/II"

1914  30.05. Schacht I erreicht das Steinkohlengebirge bei einer Teufe von 229 m

10.06. Beginn der Teufarbeiten Schacht II

01.08. Beginn des ersten Weltkrieges und damit verbundene Schwierigkeiten (Personal wird zum Wehrdienst einberufen, Materialknappheit)

Im September wird Rissbildung in den Tübbings festgestellt. Einbringung einer zweiten Tübbingsäule (90-170m Teufe) erforderlich. Dadurch Reduzierung des Schachtdurchmessers von 6 auf 5,5 m

1915  15.01. Schacht II: Hochquellen von Schwimmsand wird bemerkt. Sofortige Flutung des Schachtes. Nachfolgende Sondierungsbohrungen kommen zu dem Ergebnis, daß Gefrierbohrungen aus dem Lot gelaufen waren (bis zu 20 m) und somit kein durchgängiger Frostkörper mehr vorlag und dadurch Wasser und Sande eindringen konnten. 6 Ersatzbohrungen konnten Abhilfe schaffen.

1916  Schacht II: Zeitweilige Teufeinstellung wegen fehlender Energieversorgung für die Abteufpumpe.

Schacht II wird von der 470 m Sohle unterfahren und aufgebrochen

1917  Fertigstellung Schacht I bei einer Teufe von 493 m. Ansetzen der Wettersohle auf 387 m und der Fördersohle auf 470 m, 

01.10. Aufnahme der Kohlenförderung - 21 Förderwagen mit je einem Volumen von 800 l werden zutage gehoben

1918 Fertigstellung und Abnahme Schacht II

Erster Abbaubetrieb im Flöz Girondelle 5

1921  Einsatz der ersten Benzollokomotive in der Hauptstreckenförderung

1923  Umwandlung der Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft "Niederrheinische Bergwerks-AG (NBAG)"

Feierschichten wegen schlechter Wirtschaftslage

Streiks in August und September

10.03. Bruch der Welle der Fördermaschine Schacht I (6 Wochen Reparatur) Förderung über Schacht II.

Angesichts der Erkenntnisse bei dem Ausfall der Förderung Schacht I wird auf Schacht II eine elektrische Fördermaschine angeschafft, die im folgenden Jahr in Förderung geht. Bau der Wäsche und Brikettfabrik

1924  Inbetriebnahme der Wäsche und Brikettfabrik

07.05-03.06. Streik

1926  Der große Bergarbeiterstreik in England beginnt (Mai bis November 1926), dadurch wird die Absatzsituation der Ruhrkohle deutlich begünstigt.

1927  Inbetriebnahme eines Turbokompressors (30.000 m³/h), Grubenventilators, einer Wasseraufbereitung, einer Bunker- und Kohlenverkaufsanlage sowie einer Schlammgewinnungsanlage

1928  Eingliederung in den Michelkonzern

Zusammenschluss der Orte Neukirchen und Vluyn zur Gemeinde Neukirchen-Vluyn

1929  Erster Einsatz einer Diesellokomotive auf der Hauptfördersohle. Wettersohle weiterhin Pferdebetrieb

Beginn der Weltwirtschaftskrise

1930  Entlassung von etwa 200 Bergleuten im April und Mai wegen schlechter Wirtschaftslage und hoher Kosten durch den von der Bergbehörde vorgeschriebenen Vollversatzes. Fremdmaterial (Berge und Hochofenasche) müssen zugekauft werden.

1931  68 Feierschichten

1932  Vollversatz nach dem "Verfahren Niederrhein" von Emil Schweitzer nach 4 Monaten Erprobung erfolgreich durchgeführt.

24 Feierschichten

15.07. Vorübergehende Stilllegung. Kündigung von 1312 Arbeitern und Angestellten

02.09. Versuchsweise Zulassung des Versatzverfahrens "Verfahren Niederrhein"

05.09. Erneute Förderaufnahme

1933  Vierte Diesellokomotive auf der Hauptfördersohle in Betrieb (eine Benzollok als Reserve)

61,5 Feierschichten

1934  48 Feierschichten

Einführung von Großförderwagen mit einem Fassungsvermögen von 2,2 m² in der Hauptstreckenförderung

1935  53 Feierschichten

1936  21 Feierschichten

Übernahme der Felder Heinrich, Vluyn und Vluyn 2 mit jeweils 2.2 Mio m² von Kuxeinhabern

Verstärkung des Fördergerüstes Schacht I um 4 Förderwagen pro Korb aufnehmen zu können.

Versuchsweiser Bruchbau mit Wanderkästen wird durchgeführt

Erstmalige Ausschüttung einer Dividende von 3% an die Aktionäre seit der Gründung des Unternehmens

1937  3 Feierschichten

1939  Schacht I erhält die zweite Fördermaschine

01.04. Verlängerung der Schichtzeit auf 8 3/4 Stunden

01.09. Beginn des zweiten Weltkrieges

1941  Versuchseinsatz einer Gewinnungs- und Lademaschine der Firma DEMAG im Flöz

Girondelle 4

Fremdarbeiter werden eingesetzt

1942  Schäden durch Bombenwurf auf dem Betriebsgelände. 350 von 800 Werkswohnungen werden zerstört oder beschädigt. Mehrere Zivilopfer sind zu beklagen.

Einsatz eines Eickhoff Schrämladers

1943  Eigenstromversorgung kommt nach Ausfall beider Generatoren zum Erliegen. Fremdstromversorgung durch Kriegslage unsicher.

Eickhoff Schrämlader wird wegen ungünstiger Verhältnisse aus dem Sreb genommen.

Kohlenhobelversucheinsatz "System Ibbenbüren" schlägt fehl

1945 03.03. Amerikanische Truppen rücken in Neukirchen-Vluyn ein. Eine durch die OHL angeordnete Sprengung (Nero-Befehl) der Anlage wird nicht ausgeführt

08.05. Ende des zweiten Weltkrieges in Europa. Die Schachtanlage wird ab 06.09. der britischen Besatzungsmacht (NGCC) unterstellt und das Rheinisch-Westflische Kohlensyndikat aufgelöst

1947  Leistungsbezogens Punktesystem wird eingeführt

1948  20.06.Währungsreform

1949  Schacht II: Einrichtung ein Hilfssohle (515 m) und Beginn Tieferteufen

Beginn des Auffahren eines 2,4 km Querschlages in das Nordostfeld von der 270 mS zur Erkundung der Bochumer Schichten. Ende des Einsatzes von Grubenpferden.

Erstmaliger Einsatz einer stempelfreien Abbaufront im Flöz Girondelle 5

1950  Zukauf des Feldes "Georg" mit 14,7 Mio m²

25.06. Beginn Koreakrieg

1951  Tieferteufen Schacht II (805 m) abgeschlossen

Inbetriebnahme der Wäsche 2

Einrichtung Schacht II zur Anthrazitkohlenförderung. Verstärkung des Gerüstes und Anschaffung einer leistungsfähigeren Fördermaschine

Aufnahme der Anthrazitkohlenförderung

1954  Tieferteufen Schacht I (811 m) abgeschlossen

Ersteinsatz eines Continous Miners (CM) Bauart 4JCM auf einer europäischen Schachtanlage (13,8 m/d Auffahrleistung im ersten Jahr)

21.04. Bohren der Gefrierlöcher Schacht III

Nov.: Inbetriebnahme Wäsche II mit einer Schwerflüssigkeitswäsche

1955  01.09. Baubeginn 68,5 MW Kraftwerk

Fast alle Abbaureviere sind mit Kettenförderern ausgerüstet

1956  Fertigstellung Gesundheitshaus

Schacht I Fördermaschine Trommel wird durch Koepescheibe ersetzt.

Erster Streb mit einem Walzenschrämlader der Firma Eickhoff.

1957  04.02. Beginn Seilfahrt Schacht III

Zwei weitere Walzenschrämlader in Betrieb

Inbetriebnahme des Kraftwerks

Ersteinsatz hydr. Ausbaurahmen in einem Streb

17.08. Kraftwerk erzeugt ersten Strom

1958  4 Feierschichten

01.02. Kraftwerk geht ans öffentliche Netz

Zwei weitere Walzenschrämlader in Betrieb (insg. 5 St.) 

Ein weiterer Continous Miner wird angeschafft (bis 1962 noch 3 weitere, diese werden zum Teil an andere Schachtanlagen ausgeliehen)

09.11. Schlagwetter in einem Gewinnungsbetrieb Flöz Girondell 5. 15 Bergleute werden verletzt, davon 8 tödlich (Telegramm des Bundeskanzlers Adenauer)

1959  06.07. Beginn der Erstellung von Gefrierlöchern für die Abteufung Schacht IV

Beginn der Carboratherstellung

Einführung 5 Tage-Woche bei einer Erhöhung der Arbeitszeit von 7,5 h auf 8 h

6 Feierschichten

1960  02.01. Beginn der Teufarbeiten Schacht IV

Vollmechanisierung der Kohlengewinnung in allen Abbaubetrieben

Beginn der Arbeiten zur Herstellung 3. und 4. Sohle

23.12. Mit 2.000.000 jato (Jahrestonnen) belegt Niederberg Platz 7 von 150 fördernden Schachtanlagen in der BRD

1962  27.10. Inbetriebnahme Schacht IV

Schacht II wird vom ausziehenden auf einziehenden Wetterschacht umgerüstet

1963  Einstellung des Walzenschrämbetriebes zu Gunsten einer schälenden Gewinnung

Beginn der Vorbereitungsmaßnahme zum Abteufen Schacht V

Inbetriebnahme BVA

1964  16.03. Beginn des Bohrens der Gefrierlöcher Schacht V

01.10. Teufbeginn Schacht V

07.12. Start Vorversuch mit Schreitausbau

1965  Vorversuch Schreitausbau erfolgreich abgeschlossen.

Einbau der dort bewährten Wanderpfeiler in einem Streb des Flöz Finefrau

2 monatige Betriebseinschränkung durch Kabelbrand in der Wäsche 2 und Ausfall einer Fördermaschine

1966  Schacht V erreicht die Endteufe (820m), Beginn der Einbringung der Schachteinbauten

1967  3 Feierschichten

15.06. Strebruch (105 m von 245 m verbrechen) im Westfeld, Flöz Geitling 1. 5 Bergleute finden den Tod

1968 Beendigung Tieferteufen Schacht III bis auf 3. Sohle

1969      01.12. Verkauf der Schachtanlage an die RAG Ruhrkohle AG

05.02. Inbetriebnahme Schacht V

1971  Übernahme des Kraftwerks durch die STEAG

Stilllegung Schacht IV als Seilfahrtsschacht

1973  Ersteinsatz von Schildausbau

Aufnahme der Seilfahrt Schacht II zur 4. Sohle

Ersteinsatz einer Teilschnittmaschine

Übernahme der Carboratanlage durch die Niederberg-Chemie GmbH

1974  Schwarz-Weiß Kaue fertiggestellt

Inbetriebnahme der neuen Landabsatzanlage

Inbetriebnahme der neuen Kläranlage

Ersteinsatz Dieselzugkatze

1976  12.11. Inbetriebnahme der zweiten Förderung (westlich) Schacht V

Inbetriebnahme des Bergebunkers (2000 t)

Kaue Schacht III in Schwarz-Weiß Kaue umgebaut

Bindemittelumstellung bei der Brikettherstellung von Pech auf Bitumen

1977  Inbetriebnahme der Rohwaschkohlenbunkers (20000 t)

Wäsche 1 stillgelegt

Einstellung der Kohlenförderung Schacht I-II, Förderung nur noch durch Schacht V 4.Sohle

1978  Einführung der Ankertechnik

1981  Beginn Umbau Schacht I

Alle Abbaubetriebe mit Schildausbau ausgerüstet

Inbetriebnahme Bandfördersystem von der 2. zur 4. Sohle

Die Gemeinde Neukirchen-Vluyn wird Stadt

1983  Neues Betriebsgebäude bezogen

1984  Inbetriebnahme der Bergverladung Schacht II

Umbau und Erweiterung der Mannschaftskaue abgeschlossen

1985  Fertigstellung der Schwarz-Weiß Kantine

Demontage Fördergerüst Schacht I

Inbetriebnahme eine Wirbelschichtfeuerung

1986  Fertigstellung des Materiallagerplatzes

Montage Fördergerüst Schacht I

1987  03.03.-10.03 Schacht III Gasbrand vor Ort in der Auffahrung 0396 Teilschnittmaschine.

30.03. Durchschlag mit Friedrich-Heinrich

1993  Beginn Tieferteufen Schacht I

1994  Einführung Personenzug (Bergmann ICE)

1995  Stilllegung der Brikettfabrik

Tieferteufung Schacht I zur 5.Sohle abgeschlossen

1999  13.08. CH4 Gasabflammung verursacht durch eine Dieselkatze; 3.Sohle; Flöz Girondelle 5. 4 Verletzte davon verstarben 3 Bergleute an den erlittenen Verletzungen

2001  28.12. Letzter Fördertag

Stilllegung der Schachtanlage zum 31.12.

2002  01.01. Verbund des Grubenfeldes zu Bergwerk West. Nachfolgender Abbruch der Betriebsgebäude, Verfüllung der Schächte und Errichtung einer Grubengasverwertungsanlage.

 

FLÖZE

Nach der Einheitsbezeichnung wurden im Feld der Schachtanlage Niederberg folgende Flöze aufgefunden. Der Abbau fand bei den mit Stern (*) gekennzeichneten statt.

- Plaßhofsbank

- Girondelle 6 *

- Girondelle 5 *

- Girondelle 4 *

- Girondelle 3 *

- Girondelle 2 *

- Girondelle 1 *

- Finefrau Nbk.

- Finefrau *

- Mentor 2

- Mentor 1

- Geitling 2 *

- Geitling 1 *

- Kreftenscheer 3

- Kreftenscheer 2

 

- Kreftenscheer 1

- Mausegatt *

- Sarnsbank 2

- Sarnsbank 1

- Sarnsbänsken

- Schieferbank

- Wasserbank 2

- Wasserbank 1 (Dreckbank)

 

BERGWERKSDIREKTOREN

nach denen Straßen, Plätze oder Bauwerke benannt wurden und die an das Wirken dieser Personen erinnern:

 

Eduard Siebert *? †1914

Bergassessor

Dienstzeit 1913-1914

benannte Straße: SIEBERTSTRASSE

 

Fritz (Friedrich Wilhelm) Baum * 21.10.1879 † 02.08.1955 Bergwerksdirektor

Dienstzeit 1915-1918

benannte Straße: FRITZ-BAUM-ALLEE

 

Walter Etzold *18.01.1882 †30.10.1930

Bergassessor

Dienstzeit 1918-1930

benannte Straße: ETZOLDSTRASSE

benannter Platz: ETZOLDPLATZ

 

Emil Schweitzer *12.01.1887 †04.12.1939

Bergassessor

Dienstzeit 1931-1939

benannte Straße: EMIL-SCHWEITZER-STRASSE

Wilhelm Reuter *26.12.1898 †06.01.1964 Dipl.-Ing.

Dienstzeit 1945-1951

benanntes Bauwerk: WILHELM-REUTER-STADION

 

Heinz Merkel 25.06.1903 †05.12.1973 Bergassessor

Dienstzeit 1952-1969

benanntes Bauwerk: MERKELSCHACHT (Schacht V)

 

Chronik mit freundlicher Unterstützung von Achim Trommen (Vielen Dank und Glückauf)